

Kennst du das? Du sitzt seit einer Stunde vor einem Problem und kommst keinen Zentimeter weiter. Dann gehst du duschen, kochst Kaffee oder eben aufs Klo – und plötzlich ist die Idee da. Vielleicht liegt es gerade daran, dass man in diesem Moment aufgehört hat, angestrengt nach ihr zu suchen.

Wer einfach etwas anderes macht, lässt gedanklich locker. Man läuft herum, schaut aus dem Fenster, macht Kaffee oder steht unter der Dusche. Der Kopf beschäftigt sich weiter mit dem Problem, nur eben nicht mehr so offensichtlich. Für uns gehört das zum kreativen Arbeiten dazu.
Wir sammeln Informationen, reden, skizzieren und probieren Dinge aus. Aber irgendwann muss man das Material auch wieder in Ruhe lassen. Denn eine gute Idee entsteht nicht unbedingt in dem Moment, in dem man sie unbedingt haben will. Manchmal taucht sie auf, wenn zwei Dinge plötzlich zusammenpassen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten.


Interessanterweise funktionieren manche Orte genau andersherum. Auf guten Partys landet man irgendwann in der Küche. Im Büro trifft man sich an der Kaffeemaschine, auf dem Flur oder am Kopierer. Menschen begegnen sich dort ohne Tagesordnung und kommen auf Dinge, über die sie im Meeting wahrscheinlich nie gesprochen hätten.
Vielleicht brauchen Ideen deshalb beides: Orte, an denen man allein ist, und Orte, an denen einem zufällig jemand über den Weg läuft. Das Klo gehört ziemlich eindeutig zur ersten Kategorie. Und manchmal reicht das schon.
P.S.: Die erste Webcam der Welt wurde übrigens erfunden, damit man sehen konnte, ob noch Kaffee in der Maschine war.